Vertra Praxis für Psychotherapie (HPG)

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OCD

obsessiv = besetzt sein
compulsive = Zwang / Pflicht
disorder = Unordnung

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die Zwangserkrankung

Zu bedenken

  • dass die Zwangserkrankung eine gewöhnliche Ursache hat, die zu einer psychischen Krankheit führt, also jeden betreffen kann
  • Patienten schämen sich oft und ertragen eher aus diesem Grund die Symptome dieser Krankheit
  • Patienten suchen eine Therapieberatung auf, da sie die psychischen und psychosomatischen Symptome für sich nicht klären können

Stellen Sie sich die prüfende Fragen

  • Fragen Sie bei einem neuen Kontakt beim Arzt oder Psychologen bzgl. unklarer Diagnosen, Depressionen oder Ängsten. Sprechen Sie auch Fragen an, was Ihre Symptomatik angeht, an z. B.:
  • Bedrückt Sie ein Unbehagen, fremde oder immer wieder kreisende Gedanken, die man nicht einfach zur Seite drängen kann?
  • Müssen Sie sich unnötig lange und/oder oft waschen, Dinge kontrollieren und sind Sie dabei sehr genau?
  • Bedrückt Sie Unlust, Unruhe oder Angst?
  • Gibt es etwas, was Sie vermeiden oder nicht tun können aufgrund Ihrer Symptomatik?

Zentrale Symptomatik bei der Angsterkrankung -OCD-

  • Zwangsgedanken: immer wiederkehrende, beängstigende Gedanken, um z. B. verschmutzt zu werden
  • Zwangshandlungen: ritualisierend Handlungen, die meistens auf Zwangsgedanken folgen und ausgeführt werden auf starre, monotone und beeinträchtigend störende Weise; z.B: Hände waschen, kontrollieren von el. Geräte, Schließen von Türen u.m.
  • Extrem hohes Angstniveau
  • Problemschaffendes Vermeiden

Komorbidität

  • Depressionen sind bei 1/3 der Zwangskranken vorhanden. Das beeinflusst oft das Bild der Erkrankung.
  • Angstsymptomatik (soziale Phobie, Paniksyndrom) oder Abhängigkeitserkrankungen
  • Persönlichkeitsstörung (vermeidend oder phobisch)
  • Chronisch motorische Tics (lassen nur sehr schwer eine Behandlung zu)

4 Schwerpunkte einer erfolgreichen Behandlung bei der Zwangserkrankung

  • Informieren der Patienten und Angehörigen. Ist die Erkrankung klar diagnostiziert, beinhaltet das eine Erleichterung für viele Geplagte. Sie können feststellen, dass sie mit ihrer Krankheit nicht alleine sind und zudem die Erkrankung behandelt werden kann.
  • Zwangbeeinflussende Medikamente SSRI und Clomopramin haben einen guten Effekt. Die Dosierung sollte unter ärztlicher Aufsicht verlaufen und muss höher eingestellt sein als bei Depressionen.
  • Expositionen (Konfrontationsbehandlung) Patienten konfrontieren sich mit schwierigen Situationen (z.B. Berühren der Schuhsohlen mit den Händen), um dann die natürliche Spannungsreaktion auszuhalten und nicht durch ein Waschritual die Spannung abzubauen. Hier zu erleben, dass es andere Wege gibt, die Angst zu bewältigen als dem Zwang nachzugeben. Diese Behandlung sollte unter therapeutischer Aufsicht durchgeführt werden.
  • Integration Exposition mit Medikament. Erfolgsversprechend ist bei besonders schwieriger Erkrankung die Kombination Medikament und Expositionen, um einen Einstieg in die Therapie zu erleichtern.

Medikamentöse Behandlung bei OCD

  • Als Antidepressivum hat das SSRI den günstigsten Effekt
  • Die „Einstellungszeit“ ist länger und sollte langsam erhöht werden; die indiv. Dosis sollte höher als bei Patienten mit Depressionen eingesetzt werden.
  • Das Absetzen sollte ausschleichend erfolgen

5 Tipps

  • Wachsam sein; die Zwangserkrankung (OCD) ist häufiger als viele denken
  • Begleiter sind oft Unruhe und Niedergeschlagenheit
  • Viele Betroffene ertragen ihre Krankheit – aus Schamgefühlen heraus
  • Expositionen sollten unterstützt werden, Möglichkeiten von Rückfällen sollten besprochen werden. Und der Umgang in solchen Situationen
  • Auch die nächsten Angehörige sollten in die Information bzgl. der Krankheit und ihren Problemen einbezogen werden.

Institut VERTRA • Ulrike Hoppe-Salomo • Waldstraße 8 • 29451 Dannenberg/Elbe • Tel.: 05861 - 985 985